Zone Interdite
seit 2000

Zone*Interdite erregte weltweites Aufsehen durch die Enthüllung eines Kindergefängnisses in Guantánamo Bay, den Bildnachweis des Geheimgefängnisses in Bagram oder die Einsichten in das Gefangenenlager Camp Bucca im Irak. Das Projekt handelt jedoch nicht von politischen oder militärischen Strategien, sondern kümmert sich um etwas, was uns alle direkt und persönlich betrifft: unser eigene Imagination und die Fähigkeit unserer unabhängigen Wahrnehmung.

Zone*Interdite (franz. für verbotene, militärische Zone) basiert auf einem Widerspruch: militärische Gebiete dürfen wir nicht betreten, die Darstellung ist verboten. In den Medien tauchen dennoch Abbildungen auf. www.zone-interdite.net ist eine Sammlung, Verortung und Verdichtung dieser Abbildungen. Das Medienkunst-Projekt befragt die eigenen Anschauungen zwischen Macht und Ohnmacht. Das verbotene Terrain wird in virtuellen Rekonstruktionen sondiert. Hinter einem Bekenntnisreflex (Freund oder Feind? Patriot oder Verräter?) öffnen sich Ansätze zu souveräner Reflexion.

Christoph Wachter, Mathias Jud, 2000–andauernd, partizipative Online-Tools